Die Coronakrise verlangt von allen viel ab. Sie lässt aber auch die Solidarität und den Gemeinschaftssinn erstarken. Der SIG unterstützt die jüdischen Gemeinden und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Die Coronakrise hat seit Frühling 2020 die ganze Schweizer Gesellschaft unerwartet und drastisch getroffen. Das gilt genauso für die jüdische Gemeinschaft in der Schweiz. Das Gemeindeleben stand plötzlich weitgehend still und auf die meisten gemeinschaftlichen Aktivitäten musste verzichtet werden. Diese Situation war für alle neu und in ihrem Ausmass beunruhigend.

Engagierte Gemeinden

Die jüdische Gemeinschaft in der Schweiz hat sich von Beginn an in dieser ausserordentlichen Situation äusserst engagiert und solidarisch gezeigt. Die jüdischen Gemeinden haben mit Hilfe von zahlreichen Freiwilligen schnell reagiert und eine breite Palette an Massnahmen und Angeboten auf die Beine gestellt. Es wurden Einkaufshilfen oder Rundtelefone für ältere Menschen und Angehörige von Risikogruppen zur Verfügung gestellt. Besonders die Sozialdienste der Gemeinden haben sich anpackend um diejenigen gekümmert, die schnell und unbürokratisch Hilfe benötigten. Umgehend wurden Lösungen bei der Versorgung mit Koschererzeugnissen und Pessachprodukten erarbeitet. Die Gemeinschaft hat seit Beginn der Pandemie neue Wege eingeschlagen, wie Schiurim per Telefon oder virtueller Religionsunterricht sowie Kabbalat Schabbat, Hawdala und andere besinnliche Momente, die online gestreamt wurden.

Unterstützung durch den SIG

Der SIG hat von Beginn an seine Ressourcen und Beratungsdienstleistungen für die Bewältigung der Auswirkungen der Krise mobilisiert. Der Verband sorgte für einen regelmässigen virtuellen Austausch zwischen den Gemeinden und stand seinen Mitgliedgemeinden mit Rat und Tat zu Seite. Denn die Gemeindeführungen waren und sind mit vielen Fragen konfrontiert. Es stellte sich auch die Herausforderung, welche Hilfe die jüdische Gemeinschaft der gesamten Gesellschaft anbieten kann. So haben sich auch einige jüdische Gemeinden auf Anfrage angeboten, der Armee bei Bedarf Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Zudem hat der SIG die Gemeinden beim Import und der landesweiten Verteilung von Koschererzeugnissen und Pessachprodukten beraten und wo nötig Hand bei Versorgungsengpässen geboten. Während der ganzen Pandemie war die Versorgung mit koscheren Lebensmitteln gewährleistet.

Lockerungen und der Weg zurück zur Normalität

Schwerpunktmässig hat der Verband schon früh mit den zuständigen Gesundheitsbehörden zusammengearbeitet, um Lösungen für eine sichere Lockerung und Normalisierung bei religiösen Zeremonien zu erarbeiten. Beide jüdischen Dachverbände SIG und die Plattform der Liberalen Juden der Schweiz PLJS hatten bereits Ende April 2020 ein ausgereiftes Schutzkonzept für jüdische Gottesdienste erarbeitet und vorgelegt. Unter Einhaltung dieses Schutzkonzeptes hatte der Bundesrat schliesslich die Durchführung von Gottesdiensten wieder erlaubt.

Mit dem kontinuierlich zunehmenden Impffortschritt in der Schweiz und dem COVID-Zertifikat des Bundes kehrt auch bei vielen anderen Aktivitäten langsam mehr und mehr Normalität zurück. Die Gemeinden waren, und sind es noch immer, in dieser Situation in hohem Masse gefordert und haben eine hervorragende Arbeit gemacht. Der SIG wird sie auch in den nächsten Monaten eng begleiten und weiterhin tatkräftig unterstützen.

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