Nach intensiven Gesprächen zwischen der Stadt Freiburg und der Israelitischen Kultusgemeinde des Kantons Freiburg wurde eine Lösung für die Zukunft des jüdischen Friedhofs in Freiburg gefunden. Für die Gräber im historischen Teil bleiben die Bedingungen der bisherigen Vereinbarungen in Kraft und gewährleisten den langfristigen Erhalt der jüdischen Gräber in diesem Bereich. Für neue Gräber ausserhalb des heutigen Grabfelds gilt künftig das neue städtische Reglement. Die Kultusgemeinde und der Schweizerische Israelitische Gemeindebund SIG begrüssen diesen Kompromiss als wichtigen Schritt zur Sicherung der Religionsfreiheit.

Die Stadt Freiburg und die Israelitische Kultusgemeinde des Kantons Freiburg haben nach intensiven konstruktiven Gesprächen eine Lösung für die Zukunft des jüdischen Teils des städtischen Friedhofs gefunden. Diese Lösung gewährleistet den Status quo im bestehenden historischen Friedhofsteil, der vom Kanton Freiburg als historisches Denkmal eingestuft ist, und entlastet die jüdische Gemeinschaft von den ursprünglich vorgesehenen Kosten. Die Kultusgemeinde und der SIG würdigen die Einigung als wichtigen Schritt zur Sicherstellung der Religionsfreiheit und zur langfristigen Absicherung jüdischen Lebens in Freiburg.

Hintergrund: Besorgnis nach der Revision des Freiburger Friedhofsreglements

Im Herbst 2024 hatte der Generalrat der Stadt Freiburg, das städtische Parlament, das Reglement und damit die Gebührenordnung für den städtischen Friedhof revidiert, was bei der jüdischen Gemeinschaft Besorgnis auslöste. Die geplante Revision hätte die seit 1912 mit der jüdischen Gemeinschaft bestehenden Vereinbarungen aufgehoben, hohe wiederkehrende Gebühren ausgelöst und aus jüdischer Sicht die ewige Grabesruhe infrage gestellt, die ein zentrales Prinzip des Judentums darstellt. Die Kultusgemeinde und der SIG warnten daraufhin vor einer Beeinträchtigung der Religionsfreiheit und signalisierten gleichzeitig ihre Bereitschaft zu konstruktiven Gesprächen.

Regelungen für bestehende und neue Friedhofsteile

Der gefundene Kompromiss beruht im Wesentlichen auf dem Erhalt des historischen Friedhofsteils: Für alle Gräber im historischen Teil ist der langfristige Erhalt gewährleistet. Zudem wird die jüdische Gemeinschaft für diese historischen Gräber keine zusätzlichen Gebühren tragen müssen. Damit bleiben die religiösen Verpflichtungen vollständig gewahrt und die finanzielle Stabilität der kleinen Freiburger Gemeinde gesichert. Für den künftig zu nutzenden neuen Friedhofsteil akzeptiert die jüdische Gemeinschaft hingegen, dass dort die neuen städtischen Bestimmungen und die Gebührenordnung gelten. Für die Kultusgemeinde und den SIG war stets zentral, dass die bestehenden Gräber unangetastet bleiben und ihre religiöse Bedeutung respektiert wird.

Ein konstruktiver Kompromiss

Die Kultusgemeinde und der SIG würdigen die Bereitschaft der Stadt Freiburg, eine pragmatische und respektvolle Lösung zu erarbeiten. Der gefundene Kompromiss zeigt, dass Dialog und konstruktive Zusammenarbeit insbesondere bei sensiblen Fragen zu tragfähigen Lösungen führen können.

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