Das jüdische Leben in der Schweiz ist durch seine Vielfalt und Diversität geprägt. Es besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Gemeinden, mit einem breiten Angebot an diversen kulturellen Veranstaltungen und Anlässen, sowie Jüdinnen und Juden mit ganz unterschiedlicher Lebensführung.

Es leben heute in der Schweiz etwa 18'000 Jüdinnen und Juden. Das entspricht knapp mehr als 0.2% der Schweizer Bevölkerung. Die jüdische Gemeinschaft mag somit eine kleine Minderheit in der Schweiz sein, jedoch eine äusserst Vielfältige. Es gibt innerhalb der jüdischen Gemeinschaft in der Schweiz unterschiedlich ausgerichtete Gemeinden für Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensführungen. Während Mitglieder von religiösen Gemeinden sich streng an die Gebote des Judentums halten, verzichten gewisse Mitglieder in Einheitsgemeinden und liberalen Gemeinden teils oder auch gänzlich auf diese.

Jonathan Schächter, Moderator, 1. März 1982, Zürich
Jonathan Schächter, Moderator, 1. März 1982, Zürich

«Fussball ist mein Lieblingssport. Seit anderthalb Jahren moderiere ich eine Fussball-Talkshow im Fernsehen, seither ist das runde Leder zum eigentlichen Lebensinhalt geworden.»

Aus der Ausstellung «Schweizer Juden. 150 Jahre Gleichberechtigung»

Unterschiedliche Strömungen im Schweizer Judentum

Das Judentum in der Schweiz, wie auch im Allgemeinen, besteht aus mehreren Strömungen, welche die Gesetze des Judentums teils unterschiedlich auslegen. Daher gibt es nicht ein einheitliches oder allgemeingültiges Judentum, sondern ein breites Spektrum an unterschiedlichen Strömungen. An einem Ende des Spektrums sind strengreligiöse Gemeinden anzusiedeln, welche einen orthodoxen oder streng-orthodoxen Lebensstil pflegen. Der Alltag und die Lebensführung in diesen Gemeinden sind durch die jüdischen Gesetze der Halacha klar geregelt. Am anderen Ende des Spektrums befinden sich die liberal ausgerichteten Gemeinden. Die Mitglieder dieser Gemeinden entscheiden frei über die Einhaltung jüdischer Gesetze und verzichten oft teils oder ganz darauf. Dazwischen befinden sich Einheitsgemeinden wie die Israelitische Cultusgemeinde Zürich, die Communauté Israélite de Genève oder die Israeltische Gemeinde Basel, welche auch die drei Mitgliedreichsten jüdischen Gemeinden in der Schweiz sind. In diesen gelten die jüdischen Gesetze der Halacha, sie sind jedoch für alle religiösen und kulturellen Schattierungen des Judentums offen. Die Einhaltung der jüdischen Gesetze unter Jüdinnen und Juden in den Einheitsgemeinden variiert stark und reicht von einer modern-orthodoxen Lebensführung bis zum gänzlichen Verzicht auf die jüdischen Gesetze.

Ruth Dreifuss, alt Bundesrätin, 9. Januar 1940, Genf

«Für mich ist die Tatsache, dass ich 1993 zur Bundesrätin gewählt wurde, der Beweis, dass die Frage der Religionszugehörigkeit schon damals nicht mehr die gleiche Rolle spielte wie noch ein paar Jahre zuvor. Trotzdem gibt es immer noch Menschen in der Schweiz, die ein verzerrtes Bild der Juden haben, oft sogar unbewusst.»

Aus der Ausstellung «Schweizer Juden. 150 Jahre Gleichberechtigung»

Jüdische Kultur in der Schweiz

Das Angebot zu jüdischer Kultur in der Schweiz geht bei weitem über die jüdische Gemeinschaft hinaus. Darunter sind bekannte Angebote wie das Filmfestival Yesh! mit jüdischem Fokus oder das Jüdische Museum der Schweiz in Basel . Ebenso ein reges Angebot besteht im kleineren Rahmen in Form von kulturellen Veranstaltungen, Bibliotheken sowie Diskussionsrunden über Zeitfragen. Eine Vielzahl dieser Angebote richtet sich sowohl an die jüdische Gemeinschaft wie auch an die breite Öffentlichkeit. Der SIG verfolgt zudem neue Projekte zu historischen Themen wie das geplante Besucherzentrum des Vereins Doppeltür zur einzigartigen Geschichte der Surbtaler Juden oder ein kleines Museum zu den wertvollen Wandmalereien an der Brunngasse 8 in Zürich. Diese und ähnliche Projekte werfen Licht auf das während langer Zeit nur wenig bekannte jüdische Kulturerbe der Schweiz.

David Goldblum, Leitender Arzt Universitätsspital Basel, 5. Juli 1970, Basel

«Meine Arbeit am Universitätsspital ist intensiv, gewiss, und wenn nötig, stehe ich an jedem Wochentag und zu jeder Tageszeit im Operationssaal. An den hohen jüdischen Feiertagen nehme ich jedoch frei. Dies hat nichts mit Religiosität zu tun, denn ich bin ein säkularer Mensch, aber das Zusammensein mit meiner Familie ist mir wichtig, genauso wie das Bewusstsein für die eigene Herkunft.»

Aus der Ausstellung «Schweizer Juden. 150 Jahre Gleichberechtigung»

Der SIG als Dachverband der jüdischen Gemeinschaft

Als Dachverband von 16 jüdischen Gemeinden vertritt der SIG die jüdische Gemeinschaft gegenüber der Öffentlichkeit und in unterschiedlichen Gremien und Organisationen. Als Ansprechpartner für Medien und Politik in Bezug auf das jüdische Leben in der Schweiz möchte der Verband die Vielfältigkeit und Diversität von diesem sichtbarer machen. So ist die Sichtbarmachung jüdischer Geschichte, sowie der Erhalt und die Förderung von jüdischer Kultur in der Schweiz ein Kernanliegen des Verbands.

Schweizer Juden — 150 Jahre Gleichberechtigung

Zum 150. Jubiläum der Gleichberechtigung lancierte der SIG eine Wanderausstellung. Die Porträts von fünfzehn jüdischen Menschen zeigen die heutige Zugehörigkeit zur Schweiz.

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