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SIG-Gemeinden tauschen sich über ihre Führungsstrukturen und die Verteilung ihrer strategischen und operativen Aufgaben aus

Vertreterinnen und Vertreter von sieben SIG-Gemeinden haben sich mit dem Vorstand virtuell über ihre Führungsstrukturen ausgetauscht. Im Zentrum standen die Aufgaben von Präsidien, Vorständen, Geschäftsstellen und Rabbinern. Der regelmässige Austausch mit den Mitgliedgemeinden ist ein wichtiger Bestandteil der Strategie des SIG.
Ende August tauschten sich Vertreterinnen und Vertreter von sieben SIG-Mitgliedgemeinden mit dem Vorstand über die Führungs- und Repräsentationsstrukturen ihrer Gemeinden aus. Im Zentrum standen die Aufgabenverteilung zwischen Präsidium, Vorstand und Geschäftsstelle sowie die besondere Rolle der Rabbiner. Das Thema war zuvor durch eine Umfrage unter den Mitgliedgemeinden ermittelt worden. Diese virtuellen Austauschtreffen sind Teil der SIG-Strategie, die Kommunikation zwischen den Mitgliedgemeinden zu fördern. Frühere Treffen behandelten die Themen Finanzen, Zukunftsperspektiven und Koscherversorgung.
Das Freiburger Managementmodell dient als Diskussionsgrundlage
Der Einladung folgten Vertreterinnen und Vertreter von sieben grösseren und kleineren Gemeinden aus der Deutschschweiz und der Romandie. Als Grundlage für die Diskussion stellte SIG-Generalsekretär Jonathan Kreutner das Freiburger Managementmodell vor. Es wurde als anwendungsorientierter Referenzrahmen für die Führung und Organisation von Nonprofit-Organisationen entwickelt. Das Modell ordnet die spezifischen Herausforderungen von Organisationen, die nicht auf Gewinn ausgerichtet sind. Stattdessen verfolgen sie gemeinwirtschaftliche oder ideelle Zwecke. Dies trifft auch auf den SIG und seine Mitgliedgemeinden zu.
Die Diskussion zeigte, dass die meisten Gemeinden bereits ähnlich organisiert sind. In kleineren Gemeinden liegen strategische und operative Aufgaben häufig beim Vorstand und beim Präsidium. Grössere Gemeinden verfügen meistens über ein Generalsekretariat oder eine Geschäftsführung. Angestellte Mitarbeitende übernehmen dort das operative Geschäft. Der Vorstand gibt in der Regel die Strategie vor und bereitet wichtige Entscheidungen vor. Grundlegende Geschäfte und das Budget werden der Gemeinde zur Abstimmung vorgelegt. Eine weitere wichtige Aufgabe des Präsidiums ist die Repräsentation der Gemeinde nach aussen.
Halachische Entscheide bilden eine zusätzliche Ebene
In den meisten Gemeinden funktioniert die Aufgabenteilung zwischen Vorstand, Präsidium, Kommissionen und Geschäftsstelle gut. Die Strukturen sind überwiegend klar definiert und etabliert. Im Unterschied zu vielen anderen Vereinen kommt bei jüdischen Gemeinden eine zusätzliche Ebene hinzu: die halachische Entscheidungsfindung. Die entsprechende Entscheidungsbefugnis liegt beim Rabbiner. Dieser ist in vielen Gemeinden angestellt und teilweise als Beisitzer im Vorstand oder in Kommissionen vertreten.
Als Herausforderungen nannten die Teilnehmenden vor allem die hohe Arbeitslast und den grossen Zeitaufwand. Viele Aufgaben und Ämter werden von Freiwilligen wahrgenommen. Dies betrifft insbesondere die Vorstände und Kommissionen. Dadurch kommen strategische Fragen im Alltag häufig zu kurz. Als wichtigstes gemeinsames Ziel nannten die Gemeinden ihren langfristigen Erhalt. Die Zahl potenzieller Mitglieder ist allerdings begrenzt und lässt sich durch die Gemeindearbeit nur bedingt beeinflussen. Eine weitere Herausforderung besteht darin, möglichst unterschiedlichen Erwartungen gerecht zu werden.
Mit First und Next Step fördert der SIG den Führungsnachwuchs
Zum Abschluss richteten die Teilnehmenden den Blick in die Zukunft. Einzelne Gemeinden befinden sich derzeit im Umbruch. Andere stellen fest, dass die jüngere Generation noch zu wenig in die Gemeindearbeit eingebunden ist. Der SIG fördert deshalb gezielt den jüdischen Führungsnachwuchs. Mit First Step und Next Step organisiert er jedes Jahr Leadership-Seminare für junge jüdische Nachwuchskräfte. Für das First-Step-Seminar im Oktober haben sich bereits einige Teilnehmende aus verschiedenen Mitgliedgemeinden angemeldet. Sie können künftig Verantwortung übernehmen und die Weiterentwicklung ihrer Gemeinden mitgestalten.
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