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In Bern trafen sich endlich wieder zahlreiche Delegierte und Gäste zur DV des SIG – mit Bundesrätin Keller-Sutter als Ehrengast

Zahlreiche Delegierte und Gäste fanden sich am 29. Mai 2022 zur SIG-Delegiertenversammlung im Kursaal Bern ein. Ehrengast war Bundesrätin Karin Keller-Sutter, die sich für eine umfassende staatliche Unterstützung bei den Sicherheitskosten für jüdische Einrichtungen aussprach.

Die 117. Delegiertenversammlung des SIG wurde am 29. Mai 2022 in Bern durchgeführt. 92 stimmberechtigte Delegierte der 16 Mitgliedsgemeinden des SIG fanden sich zum ersten Mal seit drei Jahren ganz ohne Corona-Beschränkungen im grossen Kursaal ein. In einem ersten Teil des Tagesprogramms standen die statuarischen Geschäfte der Delegiertenversammlungen des Verbands Schweizerischer Jüdischer Fürsorgen VSJF und des SIG selbst an. Daran schloss sich ein Nachmittagsprogramm mit bundesrätlichem Besuch an.

Gewählt ist Iris Levy

SIG-Präsident Ralph Lewin eröffnete die SIG-DV mit einer Rede, in der er seine Besorgnis über den Krieg in der Ukraine und dessen Folgen betonte. Insbesondere hob er das Engagement des VSJF und der jüdischen Gemeinden für ukrainische Flüchtlinge hervor:

«Es zeigt sich auch, dass wir unsere eigene schmerzvolle Fluchtgeschichte nicht vergessen haben und so eine besondere Empathie für diese Menschen aufbringen können.»

Danach verlief die DV entlang der statuarischen Geschäfte mit einem Fokus auf der neuen Verbandsstrategie 2022-2025. Ein zentrales Ziel ist darin, die Stärkung der Kommunikation nach innen und der Dienstleistungsrolle des Verbandes gegenüber seinen Mitgliedern.

Zusätzlich standen auch Ersatzwahlen in das Centralcomité und die Geschäftsleitung des SIG auf dem Programm. Michael Goldschmidt hatte seinen vorzeitigen Rücktritt eingereicht. Er war 2020 in die Geschäftsleitung gewählt worden. Das Mitglied der Communauté Israélite de Lausanne et du Canton de Vaud CILV verlegt seinen Lebensmittelpunkt ins Ausland. Als Nachfolgerin wählten die Delegierten per Akklamation Iris Levy. Levy ist ebenfalls Mitglied der CILV und arbeitet für eine Medien- und Marketingagentur. Sie wird in der GL das Ressort Kultur übernehmen.

Herbert Winter wurde mit dem Eintrag ins Goldene Buch des SIG geehrt

Das an die DV anschliessende öffentliche Nachmittagsprogramm lockte nochmals zahlreiche Gäste und Interessierte an. Der erste Programmpunkt war Herbert Winter und seinen wertvollen Verdiensten um den Verband und die jüdische Gemeinschaft gewidmet. Winter war von 2008 bis 2020 Präsident des SIG und wurde nun mit einem Eintrag in das Goldene Buch des SIG geehrt. In seiner Laudatio hielt Ständerat Daniel Jositsch fest:

«Herbert Winter hat nicht nach Ruhm gestrebt und auch nicht nach Ehre. Er hat das Amt als Präsident des SIG aus Selbstlosigkeit ausgeführt.»

Er hob Herbert Winters strategisch überlegte, beharrliche aber trotzdem ruhige Art hervor, insbesondere beim Vorantreiben einer Lösung bei der Sicherheit jüdischer Einrichtungen. Herbert Winter zeigte sich gerührt. In seiner Rede beschrieb er den teils zerrissenen und aufgeheizten Zustand der Gesellschaft und warnte die Anwesenden, dass auf Worte Taten folgen könnten. Er mahnte ausserdem:

«Ich war und bin mehr denn je überzeugt, dass wir diesem Gegeneinander ein klares, unzweideutiges Miteinander entgegenstellen müssen.»

Ehrengast war Bundesrätin Karin Keller-Sutter

Im zweiten Programmpunkt begrüsst der SIG Bundesrätin und Justizministerin Karin Keller-Sutter als Ehrengast. Im Gespräch mit Journalist Sebastian Ramspeck widmete sie sich zuerst der Situation rund um ukrainische Flüchtlinge. Sie hob die Solidarität der Menschen hervor, die Ukrainerinnen und Ukrainer aufgenommen haben. Sie bedankte sich auch ausdrücklich für das Engagement der jüdischen Gemeinschaft. Verbesserungsbedarf sähe sie bei der Bürokratie rund um die Flüchtlingsaufnahme. Keller-Sutter wies aber auch gleichzeitig daraufhin, dass die Schnelligkeit und das Ausmass dieser Fluchtbewegung einmalig seien.

Im zweiten Teil des Gesprächs zeichnete sie den Weg nach, wie in den letzten Jahren an einer Unterstützungslösung bei den Sicherheitskosten für Einrichtungen von Minderheiten gearbeitet wurde. Keller-Sutter erntete spontanen Beifall für ihren klaren Positionsbezug hinsichtlich einer staatlichen Verantwortung:

«Ich finde es unsäglich, dass man von einer religiösen Minderheit verlangt, dass sie sich selber schützt.»

Sie nahm hier auch explizit die Kantone in die Pflicht und scheute sich auch nicht vor einer kritischen Bemerkung gegenüber zurückhaltenden Kantonen, wie zum Beispiel Genf.

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