Antisemitismus

Antisemitischer Vorfall in Zürich: Ein 26-jähriger orthodoxer Jude wurde auf offener Strasse angegriffen

In Zürich ist ein 26-jähriger orthodoxer Jude Opfer eines tätlichen Angriffs geworden. Der mutmassliche Täter äusserte sich wiederholt antisemitisch. Der Vorfall zeigt, dass antisemitische Gewalt in der Schweiz eine reale Bedrohung darstellt.

Am Abend des 2. Februar 2026 kam es in der Stadt Zürich zu einem antisemitisch motivierten Gewaltvorfall. Ein Mann griff einen 26-jährigen, als jüdisch-orthodox erkennbaren Juden mit Faustschlägen an, nachdem dieser in Wiedikon ein Haus verlassen hatte und auf dem Trottoir entlanglief. Als der Täter sein Opfer bereits festhielt, griffen mehrere Passanten ein, überwältigten den Angreifer und hielten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Auch die Stadtpolizei Zürich bestätigt in ihrer Mitteilung, dass sich der Täter während des Angriffs lautstark und wiederholt antisemitisch und beleidigend geäussert hat. Der Mann wurde vor Ort festgenommen.

Antisemitische Gewalt bedroht jüdisches Leben

Beim festgenommenen Täter handelt es sich gemäss Mitteilung der Stadtpolizei Zürich um einen 40-jährigen Mann, der nun der Staatsanwaltschaft zugeführt wird. Das Opfer erlitt Schürfwunden am Körper und am Hals und steht entsprechend unter Schock. Der Angriff war keine Zufallstat, sondern richtete sich gezielt gegen einen jüdischen Menschen. Damit reiht sich der Vorfall in die Serie antisemitischer Übergriffe ein, die in der Schweiz seit Oktober 2023 stark zugenommen haben. Jüdische Menschen werden allein aufgrund ihres Erscheinungsbildes und ihrer jüdischen Identität zur Zielscheibe von Beschimpfungen und körperlicher Gewalt. Trauriger Höhepunkt bisher war die beinahe tödliche Messerattacke ebenfalls auf einen jüdischen Mann in Zürich im März 2024. Solche Taten verstärken das ohnehin gestiegene Unsicherheitsgefühl innerhalb der jüdischen Gemeinschaft erheblich. Der SIG erwartet, dass antisemitische Gewalt konsequent verfolgt und klar benannt wird.

Klare Haltung gegen antisemitische Gewalt

Der Vorfall macht einmal mehr deutlich, dass sich Antisemitismus in der Schweiz auf einem erhöhten Niveau bewegt. Das zeigen nicht nur die gestiegene Zahl antisemitischer Vorfälle insbesondere seit zwei Jahren, sondern auch deren zunehmende Intensität bis hin zu physischen Verletzungen von Menschen. Jüdisches Leben muss sich frei und sicher entfalten können – ohne Angst vor Anfeindungen oder Übergriffen.

Es braucht eine klare gesellschaftliche Haltung und konsequentes staatliches Handeln gegen Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen, einschliesslich gewalttätiger Übergriffe. Der Schutz von Minderheiten und die Sicherheit im öffentlichen Raum sind zentrale Aufgaben eines demokratischen Rechtsstaats. Es zeigt sich auch einmal mehr, wie wichtig die von Stadt- und Kantonspolizei Zürich ergriffenen Schutzmassnahmen für die jüdische Bevölkerung sind. Der SIG ist in Gedanken beim jungen Mann, der Ziel dieses Angriffs wurde. Der Verband hofft sehr, dass er sich rasch erholt, und steht ihm sowie seinen Angehörigen in dieser belastenden Situation solidarisch zur Seite.

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