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Kontroverse und engagierte Debatten zu Resolutionen prägten die DV des SIG in Basel. Die Delegierten beschlossen, nicht auf die Resolution zur Todesstrafe in Israel einzutreten. Hingegen nahmen sie eine Resolution gegen Antisemitismus an öffentlichen Veranstaltungen deutlich an. Zudem stimmte die DV der Aufnahme der Israelitischen Religionsgesellschaft Basel IRG als neues Mitglied des SIG zu.
Am 31. Mai 2026 fand in Basel die 121. Delegiertenversammlung des SIG statt. 90 stimmberechtigte Delegierte aus 18 Mitgliedgemeinden folgten der Einladung der Israelitischen Gemeinde Basel IGB. In seinem Grusswort unterstrich der Basler Regierungspräsident Conradin Cramer die enge Verbundenheit Basels mit seiner jüdischen Geschichte und Gegenwart. Er verwies auf den geplanten Gedenkort am Rümelinsplatz, der an das jüdische Leben im mittelalterlichen Basel erinnern soll, und betonte die Verantwortung von Politik und Behörden, die Sicherheit der jüdischen Gemeinschaft und die freie Religionsausübung zu gewährleisten.

Friedländer zieht Bilanz und zeigt Entwicklung des Verbands auf
SIG-Präsident Ralph Friedländer zog in seiner Eröffnungsrede eine differenzierte Bilanz des vergangenen Jahres. Trotz anhaltender Herausforderungen für die jüdische Gemeinschaft verwies er auf wichtige Fortschritte bei der Sicherheit, der politischen Interessenvertretung sowie der nationalen Strategie gegen Rassismus und Antisemitismus. Er wies auf die erhöhte weltweite Sichtbarkeit des SIG anlässlich der Jubiläumsfeier zum 90-jährigen Bestehen des World Jewish Congress WJC in Genf hin. Mit Blick auf die Zukunft unterstrich er die Bedeutung von Investitionen in Bildung und Gemeinschaft sowie das Ziel, jüdisches Leben in der Schweiz sichtbar, selbstbewusst und in seiner ganzen Vielfalt zu gestalten. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung des innerjüdischen Zusammenhalts und des Dialogs zwischen den Mitgliedgemeinden:
«Wenn es uns gelingt, miteinander im Dialog zu bleiben und äusserem Druck mit Zusammenhalt, statt Spaltung zu begegnen, kann auch der SIG aus diesen schwierigen Zeiten gestärkt hervorgehen.»

Die Delegierten genehmigten zudem die Jahresrechnung 2025 sowie das Budget 2026. SIG-Vizepräsident Ralph Lewin präsentierte einen positiven Jahresabschluss: Statt des budgetierten Verlusts konnte ein kleiner Überschuss erzielt werden. Verantwortlich dafür waren insbesondere höhere Anlageerträge sowie überdurchschnittliche Spendeneinnahmen. Zu den wichtigen Entwicklungen des vergangenen Jahres zählt auch die Neuorganisation der Koscherdienstleistungen. Die Dienstleistungen werden künftig in zwei eigenständigen Strukturen erbracht, während die Geschäftsstelle des SIG administrative Aufgaben übernimmt. Damit werden Zuständigkeiten klarer geregelt und die Dienstleistungen organisatorisch neu aufgestellt.

Resolutionen befeuern kontroverse Debatten
Ein Schwerpunkt der DV war die Resolution der Delegation der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich ICZ zur Einführung der Todesstrafe in Israel. Zu Beginn der Behandlung wurde ein Ordnungsantrag gestellt, nicht auf die Resolution einzutreten. Darüber entwickelte sich eine engagierte und teilweise kontroverse Debatte. In der anschliessenden Abstimmung beschloss die DV, nicht auf die Resolution einzutreten. Damit wurde nicht über die Todesstrafe selbst entschieden, sondern über die Frage, ob sich die Delegierten aktiv zu diesem Thema und generell zu politischen Entwicklungen in Israel äussern sollen. Die Diskussion zeigte unterschiedliche Auffassungen innerhalb des Verbands über die Rolle des SIG. Die DV nahm damit eine Prioritätensetzung vor und entschied, auf eine Positionierung zu verzichten.
Die DV nahm zudem eine Resolution der Delegation der IGB zum Kampf gegen Antisemitismus an. Die ursprünglich auf Pride-Veranstaltungen fokussierte Resolution war Gegenstand einer kontroversen Diskussion. Im Verlauf der Debatte wurde der Antrag erweitert und auf weitere öffentliche Veranstaltungen ausgedehnt, insbesondere auf Prides, Frauenrechtskundgebungen und auf kulturelle oder sportliche Veranstaltungen. Die verabschiedete Resolution fordert den SIG auf, jüdische Menschen bei antisemitischen Vorfällen und Ausgrenzungen aktiv zu unterstützen und sich bei Bedarf gegenüber den Organisatoren einzusetzen. Dies schliesst auch die «Apartheid Free Zones», die zum Ausschluss jüdischer Menschen führen. Die Delegierten nahmen die Resolution schliesslich deutlich an und bekräftigten damit die Haltung, dass Antisemitismus in keinem gesellschaftlichen Milieu Platz haben darf.

Israelitische Religionsgesellschaft Basel verstärkt den SIG
Die DV stimmte zudem der Aufnahme der Israelitischen Religionsgesellschaft Basel IRG als neues Mitglied des SIG zu. Die IRG Basel wurde 1927 gegründet und zählt heute rund 75 Familien. Mit ihren Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, der jüdischen Ganztagesschule in Basel sowie einem aktiven religiösen und sozialen Gemeindeleben gehört sie zu den wichtigen Trägerinnen jüdischen Lebens in Basel. Nach den Neuaufnahmen der Communauté Israélite Orthodoxe de Genève «Machsikei Hadass» CIOG und der Communauté Beit Yossef de Crans-Montana et du Canton du Valais CBYCM im Jahr 2024 setzt der SIG damit seinen Wachstumskurs fort. Die Aufnahme der IRG stärkt die Vertretung jüdischen Lebens in der Schweiz und unterstreicht die religiöse Vielfalt innerhalb des Verbands.

Museum und Apéro setzen Schlussakzent
Im Anschluss an die Delegiertenversammlungen trafen sich Delegierte und Gäste zu einem Apéro im neuen Haus des Jüdischen Museums der Schweiz. Das neue Haus an der Vesalgasse 5 in Basel steht exemplarisch für die lebendige Gegenwart und Zukunft jüdischen Lebens in der Schweiz. Die Aufnahme einer neuen Mitgliedgemeinde, die Weiterentwicklung des Verbands und die offenen Debatten des Tages zeigten, dass das jüdische Leben in der Schweiz vielfältig, lebendig und zukunftsgerichtet ist. Dessen Förderung und Sichtbarkeit bleibt eine zentrale Aufgabe des SIG und seiner Mitgliedgemeinden.
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Delegiertentag — Programm
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Programm
11.00 Uhr
Türöffnung
11.30 Uhr
Imbiss
12.15 Uhr
28. Delegiertenversammlung des VSJF
13.15 Uhr
121. Delegiertenversammlung des SIG
ca. 17.00 Uhr
Jüdisches Museum der Schweiz: Apéro und Führung
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Unterlagen
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Resolution der ICZ-Delegation
Zur Todestrafe in Israel
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Resolution der IGB-Delegation
Zu Antisemitismus an Schweizer Prides
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