Jüdisches Leben

Neuer Eruv in Zürich verbindet Quartiere und erleichtert den Schabbat-Alltag

Nach mehreren Jahren Planung und Umsetzung ist der Eruv in Zürich fertiggestellt und in Betrieb. Der symbolische Verlauf verbindet mehrere Quartiere zu einem gemeinsamen Bereich. Er erleichtert den Schabbat-Alltag für Jüdinnen und Juden, die sich aus religiösen Gründen am Trageverbot orientieren. Der Eruv steht für gelebte Vielfalt und Zusammenarbeit in der Stadt Zürich.

In Zürich ist ein Eruv realisiert worden, der mehrere Quartiere zu einem zusammenhängenden Bereich verbindet. Der rund 18 Kilometer lange Verlauf umfasst unter anderem Wiedikon, Enge und Wollishofen. Er ermöglicht es, sich am Schabbat innerhalb dieses Gebiets mit Kinderwagen oder Rollstuhl zu bewegen sowie alltägliche Gegenstände mitzunehmen. Tätigkeiten, die für jüdische Menschen, die sich in ihrer Religionsausübung an das Trageverbot halten, ohne Eruv ausserhalb des eigenen Heims nicht möglich sind.

Warum das Tragen am Schabbat eingeschränkt ist

Nach jüdischem Religionsrecht ist das Tragen von Gegenständen im öffentlichen Raum am Schabbat eingeschränkt. Dieses Verbot betrifft etwa Schlüssel, Taschen, Essen, Gebetbücher oder Kinderwagen. Viele Jüdinnen und Juden orientieren sich dabei – je nach religiöser Auslegung – an unterschiedlichen Praxisformen. Der Eruv schafft einen symbolisch zusammenhängenden Bereich, der es jenen ermöglicht, die sich am Trageverbot orientieren, Gegenstände mitzunehmen. Andere religiöse Vorschriften bleiben davon unberührt. Für viele Familien, ältere Menschen oder Personen mit Mobilitätshilfen ist der Eruv eine grosse Erleichterung, um sich am Schabbat im Quartier zu bewegen und am sozialen und religiösen Leben teilzunehmen.

Ein gemeinsames Projekt von Stadt und Gemeinden

Der Eruv wurde von Vertreterinnen und Vertretern der jüdischen Gemeinden Zürichs initiiert und in enger Abstimmung mit der Stadt Zürich umgesetzt. Die Realisierung erfolgte über mehrere Etappen und unter Einbezug zahlreicher Fachstellen. Ein grosser Teil des Verlaufs nutzt bestehende Strukturen wie Tramleitungen, Mauern oder Zäune. Ergänzt wird er punktuell durch schlichte Pfosten und dünne Schnüre, sogenannte Tzuras HaPesach. Diese sind im Stadtbild kaum sichtbar. Die Finanzierung erfolgte vollständig durch die jüdische Gemeinschaft und private Spenden.

Diskret im Stadtbild, spürbar im Alltag

Der Zürcher Eruv reiht sich in viele internationale Städte ein, in denen jüdisches Leben Teil des urbanen Alltags ist. Mit der notwendigen Konzessionierung bekräftigt die Stadt Zürich den Grundsatz der Religionsfreiheit und des respektvollen Zusammenlebens. Der SIG begrüsst die Fertigstellung des Eruv als Ausdruck gelebter religiöser Vielfalt und als Ergebnis eines konstruktiven Dialogs zwischen jüdischen Gemeinschaften, Zivilgesellschaft und Behörden. Der Eruv ist kein sichtbares Bauwerk, sondern ein symbolischer Rahmen, der für viele Menschen den Schabbat-Alltag erleichtert. Seine Umsetzung steht exemplarisch für ein Zürich, das Offenheit, Rücksichtnahme und Zusammenhalt lebt.

Foto: © Eruv-Zürich

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