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60 Jahre Jüdisches Museum der Schweiz: Ein Ort des Erinnerns, Lernens und Begegnens

Das Jüdische Museum der Schweiz feiert am 12. Juni 2026 sein 60-jähriges Bestehen. Seit sechs Jahrzehnten vermittelt es jüdische Geschichte, Kultur und Gegenwart in der Schweiz. Der SIG gratuliert dem Museum herzlich zu diesem Jubiläum und würdigt seinen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit jüdischen Lebens sowie zur Bewahrung des jüdischen Kulturerbes.
Vor 60 Jahren öffnete das Jüdische Museum der Schweiz in Basel seine Türen. Seither schafft es Begegnungen mit jüdischer Kultur, Religion und Tradition und fördert das Verständnis für die Vielfalt jüdischen Lebens in der Schweiz. Die Gründungsdirektorin Dr. Katia Guth-Dreyfus leitete das Museum von 1966 bis 2010 und prägte dessen Entwicklung über fast fünf Jahrzehnte entscheidend. Ihr Engagement machte das Haus zu einer anerkannten Institution der Schweizer Museumslandschaft.
In ihrem Videobeitrag «Rückblick auf fünfzig Jahre Jüdisches Museum der Schweiz» blickt sie auf die Anfänge und die Entwicklung des Museums zurück.
Pioniergeist und einzigartige Sammlung
Die Gründung des Jüdischen Museums der Schweiz geht auf Mitglieder des jüdischen Vereins Espérance zurück. Bei einem Besuch der Ausstellung «Monumenta Judaica» in Köln 1963/64 entdeckten sie Ritualobjekte aus Basel und fassten den Entschluss, diese auch in ihrer Heimat einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zwei Jahre später eröffnete das Museum an der Kornhausgasse in Basel als erstes jüdisches Museum im deutschsprachigen Raum nach dem Zweiten Weltkrieg. Aus den anfänglich zwei Ausstellungsräumen entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte eine Institution mit nationaler Ausstrahlung. Die Bestände wurden kontinuierlich erweitert und umfassen heute Zeugnisse jüdischen Lebens aus Basel, dem Surbtal, der übrigen Schweiz und Europa. Zu den besonderen Schätzen gehören die Lengnauer Mappot, eine einzigartige Sammlung von Torawimpeln aus fast drei Jahrhunderten jüdischer Geschichte.

Vom Pionierprojekt zum modernen Museum
Mit der Eröffnung des neuen Hauses an der Vesalgasse in Basel Ende 2025 begann für das Museum ein neues Kapitel. Das ehemalige Tabaklager wurde umfassend umgebaut und bietet heute deutlich mehr Raum für Ausstellungen, Bildung und Forschung. Die neue Dauerausstellung vermittelt die Geschichte und Gegenwart des Judentums in der Schweiz auf zeitgemässe Weise und schafft einen lebendigen Ort des Austauschs. Die Nähe zum historischen jüdischen Friedhof verankert das Museum zudem an einem Ort mit langer jüdischer Geschichte. Damit stärkt das neue Haus die Rolle des Museums als kulturelles Zentrum und als Ort der Begegnung weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus.

Ein wichtiger Partner des SIG
Der SIG ist mit dem Jüdischen Museum der Schweiz seit vielen Jahren eng verbunden. Die Bewahrung und Vermittlung jüdischen Kulturerbes gehören zu den Kernaufgaben des Verbands. Das Museum leistet hierzu einen unverzichtbaren Beitrag, indem es Wissen vermittelt, Erinnerung bewahrt und den Dialog fördert. Durch seine Präsenz im Vorstand des Museums und im Patronatskomitee des neuen Hauses unterstützt der SIG diese Arbeit organisatorisch und strategisch.
Zum 60-jährigen Bestehen gratuliert der SIG dem gesamten Team des Museums herzlich, insbesondere der Präsidentin Nadia Guth Biasini und Direktorin Dr. Naomi Lubrich für ihren unermüdlichen Einsatz, ihre Vision und ihr grosses Engagement. Das Jüdische Museum der Schweiz ist für die jüdische Gemeinschaft und für die Schweiz insgesamt von grossem Wert. Der SIG freut sich darauf, die enge Zusammenarbeit auch in Zukunft fortzusetzen.
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